Ratgeber
Kanban-App für persönliches Kanban: Board, WIP-Limit, Agent
Eine Kanban-App zeigt deine Arbeit als Karten in Spalten und begrenzt, wie viel du gleichzeitig anfängst. Hier liest du, wie persönliches Kanban funktioniert, wie du ein Kanban-Board in TandemLoop einrichtest und wie du es mit deinem KI-Agenten teilst.
Was ist persönliches Kanban?
Kanban stammt aus der Produktion bei Toyota, wo Karten anzeigten, wann Material nachgezogen werden soll. Später übertrug man das Prinzip auf Wissensarbeit und Softwareentwicklung. Personal Kanban, wie es Jim Benson und Tonianne DeMaria Barry 2011 in ihrem gleichnamigen Buch beschreiben, nimmt davon nur zwei Regeln mit:
- Mach deine Arbeit sichtbar. Jede Aufgabe ist eine Karte, jede Spalte ein Zustand. Ein Blick aufs Board zeigt, was ansteht, was läuft und was hängt.
- Begrenze angefangene Arbeit. Nur eine feste Zahl an Karten darf gleichzeitig „in Arbeit“ sein.
Der Unterschied zur klassischen To-do-Liste liegt in der zweiten Regel. Eine Liste wächst ohne Obergrenze, und wer zehn Dinge gleichzeitig anfängt, schließt wenig ab. Das Board macht diese Überlastung sichtbar, bevor sie entsteht.
Spalten, WIP-Limit und Pull-Prinzip
Spalten
Ein persönliches Kanban-Board braucht wenige Spalten. Das Minimum ist „Vorrat – In Arbeit – Erledigt“. Viele ergänzen eine Spalte „Wartet“ für Dinge, die bei anderen liegen, damit sie nicht als angefangene Arbeit zählen, aber sichtbar bleiben. Mehr als fünf Spalten machen ein persönliches Board meist unübersichtlich.
WIP-Limit
WIP heißt „Work in Progress“. Das WIP-Limit legt fest, wie viele Karten in einer Spalte stehen dürfen – für die Spalte „In Arbeit“ sind zwei bis vier ein üblicher Startwert. Ist die Grenze erreicht, gibt es nur eine Möglichkeit: etwas abschließen, abgeben oder bewusst zurückstellen. Das Limit ist kein Selbstzweck. Es zeigt dir, wo sich Arbeit staut, und zwingt die Frage auf, warum.
Pull-Prinzip
Im Kanban wird Arbeit gezogen, nicht geschoben. Eine neue Karte kommt erst in „In Arbeit“, wenn dort Platz ist – du ziehst sie aus dem Vorrat, statt dass neue Aufgaben einfach dazukommen. Das Tempo bestimmt also deine Kapazität und nicht die Menge dessen, was andere von dir wollen.
Wenn das Limit erreicht ist
Eine volle Spalte ist ein Signal, keine Störung. Sieh dir die Karten an: Ist eine fast fertig, schließ sie ab. Hängt eine an einer Antwort, schieb sie nach „Wartet“ und trag ein, auf wen du wartest. Ist eine zu groß, teile sie in kleinere Schritte und lass nur den ersten auf dem Board. Und passt etwas diese Woche einfach nicht, geht es zurück in den Vorrat – das ist keine Niederlage, sondern genau die Entscheidung, die das Limit erzwingen soll.
Board
Dieselben Karten, drei Einstellungen
Aktiv4 / 4
Zur Prüfung1
Wartend1
Erledigt1
eingeklappt
Das Kanban-Board in TandemLoop
In TandemLoop ist ein Kanban-Board keine eigene Liste, sondern eine Darstellung: Jede View – eine gespeicherte Ansicht mit Filter – lässt sich als Board zeigen. Dieselben Aufgaben stehen weiter in ihren Projekten und erscheinen in anderen Views als Liste, Agenda oder Kalender. Ziehst du eine Karte in eine andere Spalte, ändert sich das Feld, nach dem das Board aufgeteilt ist.


| Einstellung | Was sie bewirkt |
|---|---|
| Spalten nach | Status (Aktiv, Wartend, Erledigt, Verworfen; Rückgaben des Agenten als Zur Prüfung und Rückfrage), Zuweisung (Mensch, KI) oder Delegation (Ausführen, Entwurf, Nachfragen) |
| Swimlanes | Teilt das Board waagerecht nach einem zweiten Feld: Status, Zuweisung oder Delegation |
| WIP-Limit | Für alle Spalten oder je Spalte. Der Spaltenkopf zeigt Anzahl und Limit. Als weiches Limit warnt es, als hartes Limit lässt sich keine weitere Karte in die volle Spalte ziehen |
| Kartenfelder | Was auf jeder Karte steht, etwa Fälligkeit, Tags, Projekt oder Delegation |
| Erledigt-Spalte | Bleibt auf Wunsch platzsparend eingeklappt |
Frei benannte Spalten wie „Diese Woche“ oder „Heute“ gibt es im Board nicht. Den Vorrat bildest du stattdessen über den Filter ab: Das Board zeigt nur, was du dir gezogen hast, der Rest bleibt in deinen Projekten und Listen.
So richtest du ein persönliches Kanban-Board ein
- Vorrat: Deine Projekte und eine View „Nächste Aktionen“ mit dem Filter „Verfügbar ist Ja“ sind der Vorrat. Daraus ziehst du.
- Ziehen: Lege einen Tag „Fokus“ an. Was du dir für diese Woche vornimmst, bekommt den Tag.
- Board anlegen: eine neue View „Diese Woche“ mit dem Filter „Tags enthält Fokus“, Darstellung Board, Spalten nach Status.
- WIP-Limit setzen: für die Spalte „Aktiv“, zum Beispiel 4. Wer sich streng halten will, wählt das harte Limit.
- Aufräumen: Kartenfelder Fälligkeit und Projekt einblenden, die Erledigt-Spalte einklappen.
Ein gemeinsames Board mit deinem KI-Agenten
Arbeitest du mit einem KI-Agenten wie Claude Code, Codex oder Cursor, ist die Zuweisung das nützlichste Feld für die Spalten. Ein Board mit Spalten nach Zuweisung hat zwei Spalten: Mensch für dich und KI für deinen Agenten. Ziehst du eine Karte nach rechts, gehört sie dem Agenten; ziehst du sie zurück, wieder dir. Auf den Karten des Agenten steht, wie selbstständig er sein darf: ausführen, erst einen Entwurf vorbereiten oder vorher nachfragen.
Der Agent sieht dieselben Aufgaben wie das Board: Er findet seine Karten, erledigt sie und gibt sie zurück. In einem Board nach Status erscheinen seine Rückgaben als eigene Spalten Zur Prüfung und Rückfrage. Das ist Kanban im eigentlichen Sinn: Staut es sich in „Zur Prüfung“, liegt der Engpass bei dir und nicht beim Agenten – dann prüfst du erst, bevor du ihm Neues gibst.
Mit Swimlanes nach Zuweisung kombinierst du beides: Spalten nach Status, darunter eine Bahn für dich und eine für den Agenten. Und du musst das Board nicht selbst bauen – „Leg ein Board an, in dem wir gemeinsam am Online-Kurs arbeiten“ genügt, und der Agent legt die View an. Wie Übergeben und Zurückgeben im Detail funktionieren, beschreibt die Seite Aufgaben mit KI-Agenten teilen.
Kanban und GTD kombinieren
Kanban und GTD beantworten verschiedene Fragen. GTD klärt, was zu tun ist: Alles wird erfasst, geklärt und als konkrete nächste Aktion abgelegt. Kanban regelt, wie viel du gleichzeitig tust. Zusammen ergibt das einen einfachen Ablauf:
- Neues landet in der Inbox und wird nach GTD geklärt.
- Die nächsten Aktionen sind der Vorrat deines Boards.
- Im Weekly Review ziehst du die Karten für die kommende Woche – mit dem Tag „Fokus“.
- Unter der Woche arbeitest du am Board, innerhalb des WIP-Limits.
Wie die fünf Schritte und das Weekly Review genau funktionieren, erklärt der Ratgeber zur GTD-Methode. Wer innerhalb des Vorrats nach Wichtigkeit auswählen will, nimmt die Eisenhower-Matrix als App dazu.
Für wen TandemLoop keine Kanban-App ist
TandemLoop ist ein ToDo-Manager für eine Person und ihren Agenten, kein Projektmanagement-Werkzeug für Teams. Es gibt keine Benutzerkonten, keine Rechte pro Board und keine Kommentare zwischen Kollegen. Plant ihr zu fünft eine Produkteinführung auf einem gemeinsamen Board, ist ein Team-Werkzeug die bessere Wahl. Für dein persönliches Kanban – deine Projekte, deine Woche, deine Zusammenarbeit mit einem Agenten – ist ein Board in deinem ToDo-Manager dagegen näher dran als ein zweites Tool.
Häufige Fragen zur Kanban-App
Was ist persönliches Kanban?
Persönliches Kanban (Personal Kanban) überträgt Kanban auf die eigene Arbeit. Es kommt mit zwei Regeln aus: Mach deine Arbeit sichtbar, und begrenze, wie viel du gleichzeitig angefangen hast. Ein Board mit wenigen Spalten und ein WIP-Limit reichen dafür.
Was bedeutet WIP-Limit?
WIP steht für „Work in Progress“, also angefangene Arbeit. Das WIP-Limit legt fest, wie viele Karten höchstens in einer Spalte stehen dürfen. Ist die Spalte voll, schließt du erst etwas ab, bevor du Neues beginnst.
Was ist das Pull-Prinzip?
Arbeit wird gezogen, nicht geschoben: Du holst dir eine neue Aufgabe erst dann in die Spalte „Aktiv“, wenn dort Platz ist. So bestimmt deine tatsächliche Kapazität das Tempo, nicht die Länge der Liste.
Kann man Kanban und GTD kombinieren?
Ja. GTD sorgt dafür, dass alles erfasst, geklärt und als nächste Aktion formuliert ist. Das Kanban-Board zeigt, woran du gerade arbeitest, und begrenzt es. Die nächsten Aktionen aus GTD sind der Vorrat, aus dem du Karten aufs Board ziehst; im Weekly Review entscheidest du, was nächste Woche dazukommt.
Ist TandemLoop eine Kanban-App für Teams?
Nein. TandemLoop ist ein ToDo-Manager für eine Person und ihren KI-Agenten. Für Team-Boards mit Benutzerrechten, Kommentaren und vielen Beteiligten ist ein Projektmanagement-Werkzeug für Teams die bessere Wahl.
Welche Spalten hat das Kanban-Board in TandemLoop?
Die Spalten entstehen aus einem Feld der Aufgaben: aus dem Status (Aktiv, Wartend, Erledigt, Verworfen sowie Zur Prüfung und Rückfrage für Rückgaben des Agenten), aus der Zuweisung (Mensch und KI) oder aus der Delegation (Ausführen, Entwurf, Nachfragen). Frei benannte Spalten gibt es nicht; was aufs Board kommt, steuerst du über den Filter der View.